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Ungebetene Gäste

Fotografieausstellung     27.11.2003 - 31.01.2004




 Fotografieausstellung
Dra¾en Lapiæ und Petar Strmeèki


ulazJede Wisschenschaft hat ihren Gegenstand, den sie erforscht. Dieser Gegenstand ist in viele Gebiete, bzw. in viele Gruppen eingeteilt. Innerhalb der Ethnologie  ist die traditionelle Architektur (oder das Wohnen), eine von ihnen. Leider  eliminiert diese selektive Art des Zugangs zum Fach, in dem man oft nur das Segment, das man erforschen möchte, analysiert, den vollständigen Zugang. So ist es oft beim Arzt, der oft nur eine Krankheit heilt ohne dabei den Menschen in seiner Ganzheit wahrzunehmen.
Zum Glück gibt es auch Künstler.
Die jenige, die sich mit dem Schreiben beschäftigen, erreichen manchmal, dass ihre Lebensbeschreibungen überzeugender und illustrativer sind als die etnographischen Schilderungen.Man muss sich nur an Fulvio Tomizzo erinnern, den ich neben anderen Quellen, seit Jahren jenen empfehle, die mehr über Istrien und dessen Kultur erfahren möchten.   
Wenn ich jemandem die Atmosphäre eines Hauses im Landesinnern von Kroatien oder in Lubenica auf der Insel Cres beschreiben würde, dann würde ich bestimmt nach den Fptografien von Dra¾en Lapiæ und Petar Strmeèki langen. Dafür gibt es mehrere Gründe. In erster Linie sind sie sehr dokumentarisch. So erinnert uns zB. die Fotografie aus Stari Brod - «Die Pupppe aus Triest»,  an die Puppe im prächtigen Spitzenkleid, dessen Krinoline den mittleren Teil des Ehebettes bedeckte. Diese Puppe durften  die Kinder nicht berühren und schon garnicht mit ihr spielen. Dies bringt uns in die Zeit zurück, in der vieles im Hause unberührbar und verboten war; Muttis Untersetzer, die gestickte Tischdecke der verstorbenen Tante, die Muranovase, ein Heiligtum, dem man sich kaum  annähern durfte. Dieselbe Fotografie spricht vom Eindringen der neuen, ausländischen Ausschmückung. Sichtbar ist auch die charakteristische Vermischung der neuen gekauften Ausstattung  mit der traditionellen Handarbeit, den Familienfotos, der Weckersammlung,den religiösen Motiven,  den dekorativen Pflanzen und das alles in einem Schlafzimmer.



nonaDer andere Wert von diesen Fotografien ist der, dass sie oft den Raum mit seinen Bewohnern zeigen. Sie zeigen auch, dass dies zwei unteilbare Tatsachen sind. Dies resultierte mit einer Reihe von schönen , durchgeistigten Porträten der örtlichen Bewohnern, die mit dem Raum, der sie darstellt,  zusammengewachsen sind auch dann, wenn sie nicht auf dem Foto sind. Sie zeigen, wie jeder Raum etwas besonderes und einmaliges ist und das er ein Wiederschein dessen Menschen ist, die in einem solchen Raum leben. Dabei waren die Autoren mit der «Reinheit» nicht belastet. So vermischt sich auf den Fotografien  das Alte mit dem Neuen, das Dörfische mit dem Städtischen, das Alltägliche mit dem Festlichen, wie es im Alltag auch ist.
Während wir Ethnologen ( die sich auch mit dem alltäglichen Leben beschäftigen) vom Standpunkt her, durch Fachmethoden, durch das Bedürfnis ausführlich zu sein, bestimmt sind, haben die Autoren von diesen Fotografien die Alltäglichkeit des Lebens in Häusern,  nebenbei, fast unerwartet, wie wahre ungebetene Gäste, auf eine Art, die uns nicht immer  gelingt, «eingefangen». Deswegen beneide ich sie ein bißchen, aber ich sehe auch ein, dass wir uns gegenseitig verflechten und brauchen um das gleichartige Ziel zu erreichen: von der menschlichen Alltäglichkeit zu erzählen.
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Lidija Nikoèeviæ



Lapiæda se ljubav ne ugasi samarica

Strmeèkipupa



... «Die ungebetenen Gäste» Dra¾en Lapiæ und Petar Strmeèki  drücken deutlich ihr subjektives künstlerisches Verhalten zur ethnographischen Tatsache aus und sie geben uns trotzdem eine objektive Information. Ihre häufigsten Motive sind das Interieur aber auch das Exterieur, die Bräuche, die Völkerkunst und der Mensch. Sie kommen ungebeten, weil sie als Künstler das «authentische» suchen. Wenn der Gast ungebeten ins Haus kommt, dann stoßt er auf ein Ambiente, in dem sich die Menschen alltäglich bewegen. Dann ist auch das Bett nicht immer gemacht und auf dem Tisch kann man das Geschirr vom Mittagessen finden.

Ungebeten stoßen wir auf  die Alltäglichkeit, nach der Dra¾en Lapiæ und Petar Strmeèki suchen...

IVAN ©ESTAN