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Weber in Istrien

22.04.2004 - 30.09.2004






Weber in Istrien

Weber in Istrien

Weben und Vorgänge, die ihm vorhergehen, hält man meistens für weibliche Tätigkeiten. In dieser Verteilung der Arbeiten stellt Istrien innerhalb Kroatiens eine Ausnahme. Mit Eigenschaft der professionellen Weber beschäftigten sich hier Männer mit dem Weben, während Frauen die Arbeiten für Vorbereitung der Webstoffe (Zucht, Rupfen, Wässern, Brechen, Kämmen, Spinnen...) erledigten.
Mit der Ausstellung «Weber in Istrien» möchten wir die Aufmerksamkeit auf die Erscheinung der männlichen professionellen Weber lenken. Einer der Faktoren, der es beeinflusste, war ständige oder zeitweilige Einwanderung karnischer und friaulischer Handwerker, unter denen auch die Weber waren, was in die zahlreichen istrischen und italienischen Arhivschriften eingetragen wurde.

Am Ende des 19. Jahrhunderts begann sich die Art der Bekleidung von Grund auf zu wechseln. Es beeinflusste immer grössere Zugänglichkeit und Begünstigung des Industriegewebes. So begann die traditionelle Bekleidung ausser Gebrauch zu kommen, und man bagann die Zucht der hausgemachten Webrohstoffe (Wolle, Hanf und Flachs) und die Weberhandarbeit zu verlassen.
Die Hausausstattungtextilien aus den hausgemachten Stoffen blieben doch gefragte Ware auch nach dem Zweiten Weltkrieg, und viel Arbeit für die Weber war noch bis Ende 60-er Jahre. Damals verdrängte die Textilindustrie völlig die Produktion der hausgemachten Textilgewebe.

Das gesamte Projekt der Weberhandarbeituntersuchung in Istrien ist nicht nur gegen Präsentation der Weberhandarbeit sondern auch gegen Dokumentation und Bewahrung dieses Handwerks gerichtet. Dabei hatten auch einige der lebendigen istrischen Weber die Hauptrolle. Ihre Kenntnisse und Gewandtheiten, Erinnerungen und bewahrte Beweise ihrer Tätigkeit (Textilgegenstände und Zubehör für Arbeit) unterstützten in hohem Maße die Verwirklichung dieser Ausstellung und dieses Projektes. Das soll man besonders betonen, da Webkenntnisse und Gewandtheiten zum wichtigen Teil der immateriellen Erbschaft gehören.

Der Begleitfilm «Weben in Istrien» erklärt den Webvorgang und dokumentiert die Herstellung des neuen Webstuhls (krosna), der so hergestellt ist, dass man ihn während der Webwerkstätten, die vom Etnographischen Museum Istriens organisiert werden, und die schon seit dem Sommer 2002 der Weber Ivan Vo¹æon leitet, benutzen kann. Auf diese Art möchten wir den daran interessierten Besuchern die Bewältigung dieser Gewandtheit ermöglichen. Die Webwerkstätten werden auch während der Ausstellung «Weber in Istrien» für die daran interessierten Personen oder Gruppen stattfinden. Wir hoffen, dass sie ein ständiger Teil der Museumsedukationsprogramme werden.