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Zwickel Gewand

Sein Entstehen und Bestehen am Beispiel Istriens     24.06.2003 - 31.10.2003




Vom 24. Juni bis 31. Oktober im Ethnographischen Museum Istriens

Die Ausstellung zeigt die Konstruktionen des Zwickels in vielen Varianten der Volkstrachten von der Halbinsel Istrien, die im Fundus des Ethnographischen Museums in Zagreb und in den Museumsammlungen in Istrien, besonders im Ethnographischen Museum Istriens in Pazin, in Labin und in Buzet aufbewahrt werden. Da der Zwickel als Konstruktionselement in der Anfertigung von Kleidung viel früher erscheint als wir ihn als ein besonderes Merkmal der istrischen Volkstracht bemerkten, zeigt die Ausstellung auch viel komparatives Material, das für den europäischen Kontinent außerhalb des mediterranen Kulturgebiets wichtig ist. So versucht man durch die Präsentierung der gegenseitigen Zusammenhängen mit dieser Ausstellung die wichtige Role des istrischen Traditionsgewandes, sein Entstehen und Bestehen in der Gestaltung der europäischen Kulturgeschichte zu zeigen.

Die Autorin der Ausstellung, eine bekannte kroatische Ethnologin Dr. Sc. Jelka Radau¹ Ribariæ, hat in ihrer Dissertation (1964) und später auch in dem Buch « Die Frauentracht in Istrien» (Pazin, 1997) die Herkunft des Zwickels, der wichtig für den europäischen Kontinent außerhalb des mediterranen Kulturkreises,von der Vorgeschichte, in der Mittelbronzezeit und weiter durch die ältere und jüngere Eisenzeit, bearbeitet und festgestellt. Während der großen Völkerwanderung erscheint der Zwickel im Gewand fast des ganzen europäischen Kontinents (6.-8. Jahrhundert). Mit den Normanen, den Engländern und den Sachsen kommt der Zwickel nach Westeuropa und auf die britischen Inseln. Mit den Langobarden aus dem Osteuropa kommt er nach Norditalien, mit den Vizigoten kommt er nach Spanien. Als ein altes Element wurde der Zwickel bei den slawischen Völkern, bei den Tschechen, den Mähren, den Russen und auch bei den Kroaten festgestellt. Das Zwickelgewand, das sehr ähnlich dem istrischen ist, wurde in den wikingischen Siedlungen auf Grönland (11.-15. Jh.) festgestellt. Im späten Mittelalter, besonders nach den Kreuzzügen, passt sich der Zwickel den breiten östlichen Textilgeweben, denen Schlitze gemacht wurden, damit man in sie den Zwickel einsetzen konnte, an. So entstand ein besonderes Gewand, das für die obere Bevölkerungsschicht spezifisch und für die untere Bevölkerungsschicht verboten war. Die sogenannte « burgundische Mode» ist die stilvollste, die erschienen ist und mit ihr endet im späten 15. Jh. eine solche Bekleidungsart. In der Renaissance wurde der Zwickel durch die Bekleidung, die aus Leibchen und Faltenrock besteht, ersetzt.

Der Zwickel wurde bis zum 19. und 20. Jh. bewahrt und das nur in der Volkstracht, auf der «Peripherie» seiner ehemaligen breiten Verbreitung. Den Zwickel gibt es bei den Kroaten in Istrien, bei den Slowenen im südwesten Sloweniens, bei den Rumänen in Transilvanien, in der Ukraine und in Weißrußland und bei den Lappen in Skandinavien. Eine besondere Seltenheit stellt der Zwickel bei dem Stamm Hausa in Nordafrika, wohin er als ein fremdes Kulturelement gebracht wurde, dar.

Das Zwickelgewand in Kroatien ist ein Beispiel der Anwesenheit der Kroaten im Kulturbild des nordwestlichen und des mitteleuropäischen Gebietes in der Vergangenheit. Die istrischen Beispiele zeigen eine seltene Beständigkeit in der Bewahrung des traditionellen Kulturschatzes durch Jahrhunderte.


Die Ausstellung wurde organisiert in der Zusammenarbeit mit :